Knappe Niederlage in der Verlängerung

Wie bereits im Hinspiel lieferten sich die EBBECKE WHITE WINGS Hanau auch vor heimischem Publikum wieder einen harten Kampf mit den Tigers Tübingen. Dabei gab es etliche Parallelen zur vorangegangenen Begegnung: Erneut hatten sich die White Wings nach einem Rückstand eindrucksvoll zurückgekämpft, erneut ging es in die Verlängerung – und leider hieß der Sieger erneut Tigers Tübingen. Am Ende ging das Spiel mit 85:90 an die Gäste.

„Wir sind schwach in das Spiel eingestiegen“, sagt Hanaus Headcoach Simon Cote nach dem Spiel. Aufgrund einiger defensiver Fehler hatten sich die White Wings in ein kleines Tief gespielt, das die Tigers Tübingen vor allem im zweiten Viertel nutzten. Immer wieder gingen kritische Dreier durch die Reuse – etwa durch Besnik Bekteschi oder Bozo Djurasovic. Auf der Gegenseite wollte das Offensivspiel in dieser Phase erst funktionieren, nachdem Cote seine Spieler in der fünften Minute zu einer Auszeit an die Seitenlinie holte. Neu sortiert und auf wichtige Aspekte hingewiesen konnten Alexander Angerer, Kalidou Diouf und Bryan Smithson ad hoc ein wenig Ergebniskorrektur betreiben. Mit weiteren Punkten durch unter anderem Dorian Pinson und Jordon Talley gelang es, den zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstand auf neun zu reduzieren.

Extrem wichtig war für die White Wings dann der dritte Spielabschnitt. Mit vier Punkten eröffnete Pinson das Viertel – gefolgt von weiteren wichtigen Treffern. Die EBBECKE WHITE WINGS Hanau waren zu diesem Zeitpunkt in der Lage, großen Druck aufzubauen. Konsequentes Teamplay half dabei, Tübingen in die Ecke zu drängen. „Wir haben den Ball gut attackiert und vor allem Reed Timmer und Tyler Laser das Leben schwer gemacht“, analysiert der Hanauer Headcoach. So bescherten sie den sonst sehr treffsicheren Werfern eine Trefferquote von gerade einmal 27 und 29 Prozent. So konnten die EBBECKE WHITE WINGS Hanau das Spiel drehen – und den leichten Drei-Punkte-Vorsprung im vierten Viertel sogar halten.

Dann aber drehte Tübingen noch einmal auf. Beim Zwischenstand von 77:70 zwei Minuten vor Schluss gelang Laser ein wichtiger Dreier, gefolgt von einem weiteren wichtigen Treffer durch Robertas Grabauskas. Als Talley dann seine beiden Freiwürfe traf, setzte Bekteshi nach – wieder für drei. Zwischenstand 81:78, noch 53 Sekunden zu spielen. Und dann glich Elijah Allen auch noch aus, die Tübinger Fans umjubelten seinen erfolgreichen Dreier. Zwar versuchten die White Wings, noch einmal nachzulegen, waren offensiv aber nicht mehr erfolgreich.

In der Overtime zeigte sich dann, wie viel Kraft die vier Viertel gekostet hatten. Zu allem Überfluss fiel dann auch noch Luquon Choice aus. „Er hatte einen Cut über seinem Auge und konnte nicht mehr weiterspielen“, erklärt Cote. Choice wurde am Kopf getroffen und musste daher pausieren – für das Rostock-Spiel wird er aber aller Voraussicht nach wieder fit sein. Ärgerlich war auch der Umstand, dass Till Jönke bereits die gesamte Woche wieder trainiert hatte – sich am Donnerstag jedoch eine Lungeninfektion eingefangen hat. „Ansonsten hätte er spielen können.“

„Also habe ich die Jungs eingesetzt, von denen ich den Eindruck hatte, dass sie sich heute gut präsentiert hatten.“ Allerdings reichte es am Ende nicht mehr, die vorangegangene Belastung war zu hoch gewesen. Offensiv wollte es trotz einiger Open-Look-Würfe nicht mehr so recht funktionieren. Tübingen auf der anderen Seite machte einige Big Shots und sicherte sich so am Ende den Sieg.

„Defensiv haben wir über das gesamte Spiel einen ziemlich guten Job gemacht, allerdings haben wir zu viele offensive Rebounds zugelassen und vor allem unsere Freiwürfe nicht getroffen“, sagt Cote. Stolz war er vor allem über die starke Teamleistung und den Kampf im dritten Viertel. „Daran müssen wir gegen Rostock anknüpfen“, sagt Cote.

Denn bereits morgen geht es in die Hansestadt an der Ostsee. Noch im November hatten sich die EBBECKE WHITE WINGS Hanau gegen den ProB-Aufsteiger ein hartes Duell geliefert und am Ende vor heimischem Publikum denkbar knapp mit 73:75 verloren. „Am Sonntag wollen wir uns jetzt einen Sieg stehlen“, so Cote. Der wäre extrem wichtig, denn während Paderborn das Freitagabend-Spiel verloren hatte, holte sich Schalke einen beachtlichen Overtime-Sieg gegen die Hamburg Towers.

Rostock ist eines der Überraschungsteams der Saison, das sich über den Sommer sehr gut aufgestellt hat. „Sie haben eine tolle Halle, eine wichtige Unterstützung durch die Fans und vor allem einige sehr starke Spieler verpflichtet“, so Cote. Da wären etwa Martin Bogdanov und Michael Jost, die die Hansestädter von den Crailsheim Merlins abgeworben hatten. Außerdem ist da noch Yannick Anzuluni, der bereits in seinen Stationen in Skandinavien eine wichtige Rolle gespielt hatte, was das Scoring angeht.

„Wenn wir so spielen, wie gegen Tübingen im dritten Viertel, haben wir eine Chance, zu gewinnen“, ist sich Cote sicher. „Wir brauchen eine Konsistenz. Wir müssen unser Spiel durchziehen, hart spielen, zusammen spielen. Schaffen wir das, dann werden wir auch erfolgreich sein.“ Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der EBBECKE WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live angesehen werden.

Für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (15 Punkte/0 Rebounds/3 Assists)
Josef Eichler (0/4/0)
Bryan Smithson (19/1/4)
Griffin Bauer (0/0/0)
Dorian Pinson (15/8/5)
Luquon Choice (4/2/0)
Alexander Angerer (9/4/3)
Jarekious Bradley (2/1/0)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (21/10/1)