Zu wenig Teamplay verbaut White Wings die Comeback-Sensation

Am Ende war es eine sehr bittere Pille, die die EBBECKE WHITE WINGS Hanau zu Hause gegen die Uni Baskets Paderborn zu schlucken hatten. Nach gutem Beginn und einem überraschenden Comeback kurz vor Schluss musste sich das Team von Headcoach Simon Cote am Ende gegen die disziplinierter agierenden Gäste mit 78:83 geschlagen geben. 

Dabei hatte das Spiel sehr gut begonnen. Nicht nur machten die White Wings die ersten Punkte, sondern erkämpften sich mit einer guten Defense und einigen starken Offensivaktionen früh eine Führung. „Wir wollten schnell spielen und haben das auch umgesetzt. Dann lagen wir mit 13:6 vorne und ich hatte den Eindruck, dass wir eine gute Kontrolle über das Spiel haben“, sagt Cote nach dem Spiel.

Allerdings verlor das Team im zweiten Viertel völlig den Faden. Paderborns Marc Nagora eröffnete mit zwei Dreiern in Folge. Und als anschließend auch Ivan Buntic und der spätere Topscorer Connor Wood erfolgreich punkteten, musste Cote eine erste Auszeit nehmen. Diese zeigte allerdings nur wenig Wirkung, die White Wings ließen auch weiterhin in der Defensive zu viele einfache Würfe zu. „Sie haben in dieser Phase einige unserer Defensivfehler ausgenutzt, offene Würfe genommen und auch verwandelt. Leider hat sich bei uns dann einiges an Frust angespielt, den wir mental nicht abschütteln konnte“, berichtet der Headcoach. Für ihn war das Viertel, das die White Wings mit 15:27 verloren, vorentscheidend.

Denn in der Folge mussten sie einem großen Rückstand hinterherlaufen. „Wir haben uns in ein Loch gespielt und lagen zwischenzeitlich 19 Punkte hinten.“, so Cote weiter. Ausgerechnet in dieser schwierigen Phase war die wohl spektakulärste Aktion des Spiels – Martin Seiferths Alley-Oop-Dunk in der zweiten Spielminute, aufgelegt von Demetrius Ward – besonders schmerzhaft. Auf der anderen Seite tat sich vor allem Alexander Angerer unter dem Korb als verlässlicher Scorer hervor. Alleine im dritten Viertel holte er elf Punkte. Das merkten auch die Paderborner und hatten ihn in der Folge auch besonders auf dem Kieker. „Die haben große Hünen unter dem Korb und natürlich geht es da auch mal zur Sache. Daran muss man sich natürlich auch erstmal gewöhnen, aber ich denke, persönlich habe ich das schon ganz gut weggesteckt“, sagt Angerer nach dem Spiel.

Auch er sah den fehlenden Teamspirit als Knackpunkt – benannte aber noch einen weiteren: „Wir haben nicht ausgeboxt, da haben die Uni Baskets zu viele Rebounds geholt.“ Gerade vorne holten sich die Paderborner dadurch immer wieder zweite Chancen heraus – etwa durch Seiferth, der einen Offensivrebound in der fünften Minute des Schlussabschnitts per Dunking zu zwei wichtigen Punkten ummünzte. Cote nahm folgerichtig eine Auszeit – und schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Nach einem unsportlichen Foul an Angerer holten die White Wings nicht nur beide Freiwürfe, sondern erhöhten per Dreier durch Bryan Smithson auf 69:73. Als dann Choice auch noch per Dreier auf 72:73 verkürzte, kochte die Main-Kinzig-Halle. Und Paderborn-Coach Uli Naechster musste eine Auszeit nehmen.

In der Folge reichte es allerdings nicht mehr für den Sieg. Nagora und Ward trafen zwei spielentscheidende Dreier. Und obwohl Choice seinerseits noch einmal mit einem Dreier antwortete und sich beide Teams am Ende noch ein packendes Freiwurf-Duell lieferten, reichte es am Ende nicht mehr für einen Hanauer Sieg. „Wir haben uns zu viel auf Einzelaktionen verlassen, aber wirklich Teambasketball haben wir am Ende nicht mehr gespielt – und dann haben wir die wichtigen Offensivrebounds nicht geholt“, sagt Angerer selbstkritisch.

Und auch Cote ist enttäuscht über den fehlenden Teamspirit. „Wir haben den Ball nicht schnell genug ins Laufen gebracht, gerade beim Aufbau in der eigenen Hälfte. Da müssen wir an uns arbeiten. Und wir müssen Bryan und Jarekious noch besser ins Team integieren.“ Vor allem aber ist der Gameplan nicht aufgegangen. „Wir wussten, was uns erwartet. Wir wussten, dass sie ein Kämpferteam sind. Wir kannten jeden Spielzug und jede Ansage der Aufbauspieler. Trotzdem haben wir es nicht geschafft, sie zu stoppen.“ Vor allem Wood hatte allzu oft frei von jenseits der Dreierlinie abschließen können – und holte am Ende 22 Punkte.

Für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (3 Punkte/3 Rebounds/3 Assists)
Josef Eichler (5/0/0)
Griffin Bauer (0/0/0)
Bryan Smithson (10/0/2)
Dorian Pinson (14/4/5)
Jeramie Woods (0/0/2)
Luquon Choice (21/6/1)
Alexander Angerer (17/8/3)
Jaleel Crawford (0/0/0)
Jarekious Bradley (0/5/2)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (8/11/1)