Extrem wichtiger Erfolg: White Wings siegen in Hagen nach Verlängerung

„Wir fühlen uns großartig“, sagt ein sichtlich zufriedener Simon Cote nach dem Spiel in Hagen. Kein Wunder, hat doch seine Mannschaft gerade einen kleinen Überraschungserfolg eingefahren. Im Auswärtsspiel gegen die klar favorisierten Phoenix Hagen hat sich die Mannschaft nicht nur erneut stark zurückgekämpft, sondern trotz der hohen Belastung dem Druck Stand gehalten und in der Verlängerung den Sieg eingefahren. Endstand: 76:82.

Dabei sah es in der ersten Halbzeit noch nach einem leichten Vorteil für Hagen aus. Gerade im ersten Viertel lief es über weite Strecken noch nicht rund. Die vier Topspieler der Hagener – Dominik Spohr, Jonas Grof, Alex Herrera und Kristopher Fullwood-Davis – konnten sich hier offensiv sehr gut präsentieren und brachten ihr Team in der siebten Minute mit zwölf Punkten in Führung. Dann aber konnten die White Wings den Schalter umlegen und sich dank drei wichtiger Dreier in Folge durch Josef Eichler, Bryan Smithson und Luquon Choice eindrucksvoll zurückmelden.

Mit 25:17 starteten die Teams in das zweite Viertel. Und ab diesem Punkt hielt sich das Team strikt an den Gameplan von Simon Cote. Das machte sich zunächst vor allem an den Namen der Schützen bemerkbar. Zwar scorten auch in diesem Viertel wieder die „big four“ der Gastgeber – allerdings deutlich seltener, als dies noch im ersten Viertel der Fall war. Mit deutlich gestärkter Defense, stärkeren Offensivaktionen und vor allem der Treffsicherheit von der Freiwurflinie präsentierten sich die White Wings in der Folge als Gegner auf Augenhöhe. Halbzeitstand: 44:36.

Besonders wichtig für die Gäste war dann das dritte Viertel. Ab da machte sich nämlich die harte Defensivarbeit bezahlt. „Wir haben Hagen ein hartes Spiel geliefert und stark verteidigt. So haben wir uns viele Steals erarbeitet“, sagt Cote. Ganze zwölf Mal konnte das Team das Hagener Offensivspiel unterbrechen und den Ball erobern. Die sich daraus ergebenden Chancen nutzten sie immer wieder. So fing Dorian Pinson beispielsweise in der fünften Spielminute einen schlechten Pass von Jonas Grof ab. Im laufenden Spielzug bediente dann Smithson seinen Teamkollegen Eichler unter dem Korb – zwei sichere Punkte. Hagen fand kein passendes Mittel, um zu antworten und so gingen die White Wings erstmalig an diesem Abend in Führung. Mit 55:60 ging es ins vierte Viertel.

Dieses sollte eines der bisher spannendsten in der aktuellen Saison werden. Immer wieder wechselte die Führung hin und her. Zunächst erwischten die Hanauer einen denkbar schlechten Start ins Viertel. Aus etlichen Versuchen konnten sie die ersten drei Minuten lang keinen Erfolg verbuchen, entsprechend nahm Cote eine Auszeit, damit das Team sich sortiert. Statt dessen waren die Hagener am Drücker, die durch drei Dreier von Joel-Sadu Aminu, Jeremy Dunbar und Spohr mit 64:62 in Führung gingen. Drei Minuten vor Schluss versenkte Javon Baumann beide seine Freiwürfe, doch der spätere Topscorer Choice konterte mit einem extrem wichtigen Dreier – 66:66. Pinson erhöhte eineinhalb Minuten vor Schluss per Dunking auf 66:68 und Hagen nahm eine Auszeit. Die schien zu fruchten, denn den folgenden Angriff münzte Aminu in einen erfolgreichen Korbleger zum 68:68 um. In der Folge konnte keines der beiden Teams mehr einen Offensiverfolg erzielen, also ging es in die Overtime.

Auf den starken Dreier von Luquon Choice direkt nach Anpfiff folgte ein ebenso starker Dreier durch Grof. Und danach sollten es die Freiwürfe sein, die den Erfolg für Hanau ausmachten. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die Spieler nicht nur müde vom harten Spiel waren, sondern an der Linie mental auch noch gegen die extrem laute Kulisse der Hagener Fans ankämpfen mussten. Doch sowohl Smithson, als auch Alex Angerer und Pinson gelangen ihre Freiwürfe. Spielentscheidend war die Kombination aus dem wichtigen Dreier von Choice knapp über eine Minute vor Schluss und den sicheren Freiwürfen von Angerer 35 Sekunden vor dem Buzzer. So setzten sich die White Wings vier Punkte ab. Hagen war gezwungen, die Spieluhr so oft wie möglich anzuhalten, entsprechend schickten sie Smithson und Pinson per taktischem Foul an die Freiwurflinie. Doch auch sie trafen, den Hausherren hingegen gelang nur noch ein Freiwurf durch Grof. Mit 76:82 endete das Spiel, ein extrem wichtiger Sieg für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau.

Headcoach Cote ist mit seinem Team mehr als zufrieden. „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir hart verteidigen. Das haben wir getan. Wir hatten ihre vier Schlüsselspieler unter Kontrolle und haben sie trotz Overtime unter 80 Punkten gehalten.“ Besonders stolz sei er darüber, dass die Dreierstatistik an diesem Abend nicht gut ausfiel – gerade einmal zwölf von 40 Versuchen waren erfolgreich -, das Spiel aber dennoch gewonnen wurde. Und vor allem Topscorer Lu Choice bekam ein Sonderlob. Kein wunder, war er doch 41:30 Minuten auf dem Feld. „Jetzt ist er natürlich müde, aber er hat extrem wichtige Würfe getroffen und uns so geholfen.“

Doch auch Smithson, der überraschend schon diese Woche gespielt hatte, zeigte sich sehr agil und mit viel Übersicht. „Eigentlich war er noch etwas müde von der Reise und hat zudem nur ein Mal mit uns trainiert. Trotzdem hat er sehr gut performed und uns am Ende geholfen“, so Cote. Im Gegenzug dazu musste das Team noch einmal auf Jarekious Bradley – teamintern nur JB genannt – verzichten. „Er war extrem müde und dazu auch noch stark dehydriert. Also haben wir beschlossen, dass er zu Hause bleibt, sich ausruht und viel trinkt. Nächste Woche sollte er dann fit sein.“

Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der EBBECKE WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live angesehen werden.

Für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (3 Punkte/1 Rebounds/1 Assist)
Josef Eichler (5/1/2)
Griffin Bauer (0/0/0)
Bryan Smithson (10/3/4)
Dorian Pinson (12/5/4)
Jeramie Woods (10/1/1)
Luquon Choice (21/6/1)
Alexander Angerer (12/9/2)
Jaleel Crawford (0/0/0)
Jarekious Bradley (0/0/0)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (9/3/1)