Dr. Eckhard Brüning ist Teamarzt der Hanau White Wings

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Herr Dr. Brüning, seit der laufenden Saison sind Sie als Teamarzt der Hanau White Wings aktiv. Wie kam es zu diesem Engagement?
Um die medizinische Betreuung sicherzustellen, waren die White Wings auf der Suche nach einem Facharzt. Das Management ist über die Anwaltskanzlei Nickel, in der auch Thorsten Wünschmann tätig ist, an die chirurgische Gemeinschaftspraxis in der Emma-Klinik Seligenstadt herangetreten. Die Verbindung zwischen der Kanzlei und der Emma-Klinik besteht seit Jahren und so lag es wohl auf der Hand, dass man auf uns zukam. Da ich schwerpunktmäßig unfallchirurgisch und orthopädisch tätig bin, war klar, dass die Frage einer Teambetreuung innerhalb unseres Ärzteteams zuerst an mich herangetragen wurde. Bei meiner Entscheidung, die White Wings zu unterstützen, spielte sicher auch eine Rolle, dass ich als Schüler und Student selbst im Verein Basketball gespielt habe – allerdings in einer niedrigeren Spielklasse.

Man sieht Sie schon nach nur kurzer Zeit am Spielfeldrand eifrig mitfiebern. Was macht den Reiz der White Wings aus?
Bei den ersten Spielen, die ich am Spielfeldrand in unmittelbarer Nähe zur Mannschaft miterlebt habe, konnte ich erleben, dass die Mannschaft als Team sehr gut funktioniert und dass durch diesen Teamgeist auch vermeintlich stärkere Gegner besiegbar werden. Ich darf da nur an den „Krimi“ in Langen erinnern. Hier lag die Mannschaft anfangs lange Zeit zurück, kämpfte sich dann aber immer weiter heran und gewann schließlich in letzter Sekunde durch einen Dreier aus der Spielfeldecke. Auch die Fangemeinschaft der White Wings unterstützt die Mannschaft, was bei Auswärtsspielen in der näheren Umgebung für Heimspielatmosphäre sorgt.

Haben Sie zuvor schon Kontakt zum Basketball gehabt?
Als Jugendlicher und Student habe ich über zehn Jahre in der Wetterau in Okarben gespielt . Wir spielten bis zur Bezirksklasse, wobei wir auch mehrfach gegen eine Mannschaft der TG Hanau spielten.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit zwischen Ihnen, dem Team und den Verantwortlichen?
Das kann ich nach den wenigen Wochen natürlich noch nicht abschließend beurteilen. Die Grundlagen sind aber geschaffen. Die Spieler haben alle meine Handy-Nummer, ich bin also bei medizinischen Problemen immer erreichbar. Sollte ich im Urlaub oder aus anderen Gründen persönlich nicht erreichbar sein, dann ist meine Vertretung klar geregelt und meine Kollegen stehen zur Verfügung. Außerdem verfügen wir in der Praxis über ein großes Netzwerk von Kollegen, die für spezielle Fragestellungen schnell und direkt zu Rate gezogen werden können.  Was für die Spieler gilt, gilt natürlich auch für die Verantwortlichen aus Management und Trainerstab. Wenn etwas Wichtiges anliegt, haben wir einen schnellen Kontakt. Da habe ich in den vergangenen Wochen den Eindruck gewonnen, dass das gut funktioniert.

Wo liegen Ihre (arbeitstechnischen) Schwerpunkte / Spezialgebiete?
Ich bin Chirurg und Unfallchirurg und war mehrere Jahre als Oberarzt der Unfallchirurgie in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises tätig. Ich bin jetzt seit mehr als zehn Jahren in der Emma Klinik Seligenstadt niedergelassen. In den letzten Jahren hat sich immer mehr die Fußchirurgie als Hauptschwerpunkt meiner operativen Tätigkeit entwickelt. Meinen zweiten Schwerpunkt, die arthroskopische Kniechirurgie, betreibe ich weiterhin intensiv.  In den Sprechstunden sehe ich viele Patienten mit verschleißbedingten Beschwerden und Gelenkschäden. Außerdem kommen viele Sportler mit frischen Sportverletzungen oder Folgen von älteren Verletzungen in die Sprechstunden. Ich denke, dass dieses Tätigkeitsfeld eine gute Grundlage für die Betreuung einer  Basketball-Bundesligamannschaft  ist.

Welche Verletzungen sind typisch für den Basketball? Kann man diesen möglicherweise vorbeugen?
Die häufigsten Verletzungen im Basketball finden wir im Bereich des Sprunggelenkes mit Kapsel- und Bandverletzungen. Knieverletzungen spielen auch eine große Rolle, ebenso Hand- und Fingerverletzungen.  Akute Verletzungen sind das eine, aber auch Überlastungen der Gelenke spielen eine große Rolle im Basketball, wie z.B. eine Reizung der Patella-Sehne am Knie, dem sog. „Jumpers-Knee“.  Ein Problem besteht im Leistungssport darin, dass die Spieler oft wieder zu früh am Spielbetrieb teilnehmen und Verletzungen nicht konsequent ausheilen können. Die Folge sind häufig erneute Verletzungen am gleichen Gelenk. Konsequente Therapie einer Verletzung wird damit zur Prävention gegen Folgeschäden, die mitunter sogar das Karriereende eines Spielers bedeuten können. Prävention im eigentlichen Sinn – also bevor es zu einer Verletzung gekommen ist – setzt bereits in der  Jugend an. Hier muss eine konsequente Trainingsarbeit mit athletischer Ausbildung aller Körperregionen und Muskelgruppen stattfinden. Wichtig ist, dass vor Beginn und auch nach den Trainingseinheiten ein umfangreiches Dehnungsprogramm absolviert wird. Dies senkt nachweislich die Verletzungshäufigkeit. Für Basketballer geeignet ist das propriozeptive Training eine große Rolle, wobei dieses Training zu einer Verbesserung des Gleichgewichtes, der Koordination und der Balancierfähigkeit führt und insbesondere die Häufigkeit von Sprunggelenksverletzungen reduziert.  Auch das konsequente Tragen eines Tapes oder einer Orthese führt nachweislich zur Senkung der Verletzungshäufigkeit.

Was wollten Sie den White Wings mit auf den Weg geben?
Ich wünsche den White Wings, dass sie ihren guten Teamgeist bewahren, und dass sie so als geschlossene Mannschaft auch gegen schwere Gegner bestehen.

Emma Klinik, Klinik für operative Medizin GmbH & Co. KG
Dr. Eckhard Brüning
Frankfurter Str. 51
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Tel: 06182 – 960-0