| Gottwald will den Titel | |
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TGH-Vize will Bindung der White Wings an die Abteilung stärken - „Haben zu wenig getan“ Basketball (sha). Die Turngemeinde Hanau (TGH) ist mit einem neuen Trainer, einem fast komplett umstrukturierten Kader und großen Zielen in die Regionalligasaison 2010/2011 gestartet. Zur Halbzeit sieht es so aus, als könnte die Mannschaft diese sogar noch übertreffen und sich die Meisterschaft sichern. HA-Mitarbeiter Dominik Sharaf hat mit TGH-Vizepräsident Jens Gottwald, der sich im Management der White Wings engagiert, über das Erfolgsgeheimnis des Teams und die Situation in der Abteilung gesprochen. Herr Gottwald, der neue Trainer Hans Beth hat sich als Glücksgriff herausgestellt. Warum ist er so erfolgreich? Jens Gottwald: „Ich würde von einem geplanten Glücksgriff sprechen. Nicht nur, dass Hans Beth als Trainer des Tabellenführers unter objektiven Gesichtspunkten einen guten Job absolviert – sein Basketball macht einfach Spaß und ist unterhaltsam. Hans bringt natürlich eine Menge Kompetenz mit, ist dabei aber ein Mann mit Ecken und Kanten geblieben. Er zeigt ein Riesenengagement auch abseits des Trainings und des aktiven Sports.“ Im letzten Jahr standen die White Wings im Mittelfeld. Warum läuft es unter Hans Beth so viel besser als unter Alphan Bartik? Gottwald: „Die beiden sind wirklich grundverschiedene Trainercharaktere. Ich kann nur sagen, was Hans gut macht. Er bringt viele eigene Ideen ein und versucht, den Zusammenhalt intern und extern weiter zu fördern. Trotzdem weiß er, wann er im Team durchgreifen muss und hat dabei ein verbindliches Auftreten. Auch das Team präsentiert sich anders, als Management können wir mit allen Spielern sehr zufrieden sein. Wir haben mit Sebastian Köhnert, Norman Lang und Cedric Quarshie als Säulen der Mannschaft geplant, der Erfolg gibt uns Recht.“ Solche Trainer sind auch in höheren Ligen begehrt. Wie wollen Sie ihn über das Saisonende hinaus halten? Gottwald: „Hans Beth hat bei der TG Hanau einen Zweijahresvertrag. Wir sind uns aber darüber im Klaren, dass er ein bekannter Mann ist. Als wir ihn verpflichtet haben, bekam ich sogar einen Anruf vom Geschäftsführer der Deutsche Bank Skyliners, der mir gratuliert hat. Trotzdem: Hans ist in der Main-Kinzig-Halle mit viel Herzblut bei der Sache und fühlt sich sehr wohl, er nimmt für vier oder fünf Mal in der Woche die Fahrt von Mainz nach Hanau auf sich. So einer muss doch positiv verrückt sein.“ Zu Beginn der Saison wollte die TGH oben mitspielen, jetzt ist sie Herbstmeister. Haben Sie nun den Titel zum Ziel erklärt? Gottwald: „Wir haben uns den Aufstieg in die ProB bis 2012 vorgenommen und daran ändern auch die jüngsten Erfolge nichts. Dennoch: Der Herbstmeister muss sich vornehmen, den Platz zu verteidigen. Wir sind trotz der tief greifenden Umstrukturierungen der letzten Monate ganz oben, die ersten vier sind ganz sicher machbar. Der Sprung ins Profigeschäft ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Zeitpunkt käme übrigens nicht zu früh, schließlich könnten wir dann in der ProB in unser Vereinsjubiläum 2012 hineinspielen.“ Wie zufrieden sind Sie mit dem Zuschauerzuspruch? Wie wollen Sie die Abteilung wieder näher an die White Wings binden?
TGH-Bilanz: Offensive top, Defensive ausbaufähig Basketball (sha). Die erste Saisonhälfte hätte für die Basketballer der Turngemeinde Hanau (TGH) sportlich kaum besser laufen können. Zwölf Siege aus 13 Partien in der Regionalliga verdeutlichen die Überlegenheit der White Wings, die schon zwei Erfolge Vorsprung auf ihren ärgsten Verfolger und einzigen Bezwinger, den TV Saarlouis, haben. Schlüssel zum Erfolg war die beste Offensive der Liga, die den Bestwert von 1151 erzielten Punkten bewerkstelligte. Herausragender Werfer war US-Profi Anish Sharda, der mit einem Schnitt von 21,9 Zählern aktuell die Nummer zwei der Liga ist. Markenzeichen des Kaliforniers waren seine konsequenten Alleingänge, die an einem schlechten Tag jedoch auch sein größtes Manko bedeuteten. Trotzdem: Eigensinn muss sich Sharda nicht vorwerfen lassen, schließlich ist er mit 6,2 Assists pro Partie der beste Vorlagengeber der Klasse. Neben ihm glänzte Sebastian Köhnert als Aufbauspieler mit viel Spielverständnis und einem guten Händchen für den Dreier. Neuzugang Ilja Ickert sorgte selbst für weniger Punkte als bei seinen Ex-Clubs, präsentierte sich jedoch als Teamplayer mit perfekter Übersicht und trug so seinen Teil zur Offensivmaschinerie bei. Die TGH-Problemzone liegt unter dem eigenen Korb. Zwar verbesserten die neuen Amerikaner Lionel Sullivan und Teddy Arterberry mit ihren überragenden Rebound-Qualitäten und traumwandlerischer Sicherheit aus der Nahdistanz die Ausbeute unter den Brettern – sowohl in der eigenen als auch in der gegnerischen Hälfte. Dennoch plagen die White Wings seit dem ersten Spieltag hartnäckige Abstimmungsprobleme, die auch der stets engagierte und abschlussstarke Co-Kapitän Norman Lang nicht lösen konnte. Spätestens nach der Weihnachtspause sollte die von Hans Beth oft eingeforderte Eingewöhnungsfrist zu Ende sein. Der größte Erfolg des neuen Trainers ist die Tatsache, dass er aus einem Kader mit sieben Neuzugängen binnen kürzester Zeit eine echte Mannschaft geformt hat. Auch wenn ihnen teilweise nur Kurzeinsätze vergönnt waren, brachten sich Spieler wie Kraftpaket Cedric Quarshie, der vom einem Fingerbruch geplagte Pascal Ruth, Youngster Aleksandar Zutic oder Thomas Wagner ein – und das teilweise sogar spielentscheidend. Trotz der guten Halbzeitbilanz ist der Weg zu Titel und Aufstieg noch weit. Bisher stellten keine gravierenden Verletzungsprobleme die zweite Garde auf die Probe, bisher konnte die Offensive der Schwächen in der Verteidigung immer ausgleichen. Wegweisend im Kampf um den Titel könnte der 29. Januar werden – dann gastiert der TV Saarlouis in der Main-Kinzig-Halle und will seine vielleicht letzte Chance wahrnehmen, die TGH unter Druck zu setzen. (Hanauer Anzeiger/Dominic Sharaf)
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