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HANAUER investigativ: Wer ist das pelzige Maskottchen der White Wings? Basketball (sha). Seit dem Heimauftakt „Hanau bebt“ grüßt in der Main-Kinzig-Halle ein pelziger Basketballfan: der noch namenlose Biber, der seit Saisonbeginn das Maskottchen der White Wings ist. Namen kreieren und über den besten Vorschlag entscheiden dürfen die Fans. Auch ein Trikot und Turnschuhe fehlen dem Pelztier noch, die Kinderherzen gehören ihm schon. Wer unter der dem Kostüm steckt, hält der Verein geheim – eine Spurensuche.
Es ist ein Anruf in den frühen Abendstunden. Ein guter Zeitpunkt, denn Biber sind nachts und in der Dämmerung aktiv – sagt zumindest der Brockhaus. Ein Telefongespräch als Erfolg erbitterter Recherche nach dem pelzigen Phantom, welches in der Main-Kinzig-Halle sein Unwesen treibt und Kinder auf magische Weise anzieht. Das Amtszeichen dröhnt, die Nummer wählt, es klingelt. Und tatsächlich, er meldet sich: „Hallo.“ Er hat gesprochen. Es ist der Biber. Wer er ist, sagt er nicht. Nur so viel: Er ist Vater und wirbt weder für eine Kräuterzahnpasta noch für einen Baumarkt. Der Rest bleibt sein Geheimnis. Wie er die freie Wildbahn verlassen und in die Sporthalle gekommen ist, verrät er: „Ich bin riesiger Sportfan und habe ein Kostüm für Fasching gesucht. Da habe ich diese tollen Verkleidungen für Maskottchen entdeckt.“ Obwohl der Besitzer von 23 000 Haaren pro Quadratzentimeter die TGH fast nur aus der Presse kannte, war im Biberbau eine Idee geboren: Maskottchen werden.
„Eine Schnapsidee“, fand Frau Biber, doch die Turngemeinde war begeistert und wollte finanzielle Unterstützung leisten. „Ehrensache“, sagte der Biber und lehnte ab. Seitdem haben die Kinder nur noch einen Liebling in der Halle und der ist flauschig. „Es gibt nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen zu sehen“, freut sich das Maskottchen, dass die Fans über die komplette Spielzeit anheizt und auch mit vielen Erwachsenen für ein Foto posieren muss. Experten schätzen, in der Halbzeit trinke das Tier bis zu zwei Liter Wasser, um mit der enormen Hitze unter seinem Pelz fertig zu werden. Es sei häufig die Frage aufgekommen, warum er eigentlich kein Schwan sei, erzählt der Biber. „Zu schwer darzustellen und irgendwie nicht so lustig“, meint das Maskottchen, das oft nach seiner Unterschrift gefragt wird und dann nicht weiß, was es schreiben soll. Ihm fehlt nämlich noch ein Name.
„Und den soll er schleunigst bekommen“, fordert der hauptamtliche Jugendtrainer Sven Witt, Nagetierbeauftragter des Managements. Noch bis morgen können die Fans per E-Mail Namensvorschläge für den Biber einsenden. Anschließend wählt die TG Hanau drei Alternativen aus und lässt ihre Anhänger im Internet abstimmen. Mitte November sollte der Nager dann endlich signieren können. Außerdem muss der Biber sein Adamskostüm loswerden. Obwohl selbst für den US-Riesen Teddy Arterberry ein passendes Trikot gefunden wurde, produziert der Ausstatter nichts in der Größe des Bibers. Da eine Zwangsdiät mit dem Tierschutz unvereinbar wäre, muss Maßkonfektion her – mit der Trikotnummer 1837, dem Gründungsjahr der Turngemeinde. Auch bibergerechte Turnschuhe müssen ihm auf den Leib geschneidert werden. „Alles in Arbeit“, sagt der Pelzige voller Vorfreude.
Seinen natürlichen Lebensraum Main-Kinzig-Halle hat Biber namenlos schon verlassen. Zum Fußball hat er sich gewagt, um die B-Liga-Kicker seines Vereins im Herbert-Dröse-Stadion gegen Eintracht Frankfurt zu unterstützen. „Ein einmaliger Ausflug“, sagt er. Er fühle sich beim Basketball heimisch. „Viele Fans sind begeistert, die Kinderherzen gehören ihm“, erklärt auch Nagetierexperte Witt. Außerdem ist das Maskottchen zum Aushängeschild geworden. In der Regionalliga ein Unikum, fehlt auch den Vereinen aus dem Sportkreis Hanau die tierische Unterstützung. Und mittlerweile ist sogar Frau Biber begeistert. (Hanauer Anzeiger / Dominc Sharaf)
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