| Hanauer Anzeiger: Indiens Hoffnung kommt nach Hanau | |
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White Wings verpflichten US-Profi Anish Sharda vom USC Freiburg - „Will Führungsspieler sein“ Basketball (sha). Die Turngemeinde Hanau (TGH) hat den ersten US-Profi für die Regionalliga-Saison 2010/2011 verpflichtet. Am Donnerstag stellte der Verein Anish Sharda vor. Der 1,88 Meter große Guard, der bereits Erfahrung in der ProA, der ProB und der US-amerikanischen Profiliga ABA sammelte, soll bei den White Wings eine Führungsrolle einnehmen. Der gebürtige Kalifornier, der bereits auf dem besten Wege zum Basketballstar in Indien war, könnte noch mindestens einen Landsmann zur Seite gestellt bekommen. Die Ausländerregelung in den deutschen Regionalliga ist juristisch gekippt worden. „Nach drei Jahren in Deutschland ist Hanau für mich ein Glücksfall und eine Gelegenheit, große Dinge geschehen zu lassen“, sagt Anish Sharda über seinen neuen Job als Berufsbasketballer bei den White Wings. Zwar hat der frisch verpflichtete Guard noch keinen Kontakt zur Mannschaft gehabt, hofft aber auf ein harmonisches Umfeld. „Die Gespräche mit dem Management waren überzeugend und ich habe sehr viele Informationen über das Team bekommen. Ich hoffe auf ein paar Jungs, die Spaß am Sport haben. Ilja Ickert kenne ich bereits aus meiner Zeit in Mainz und freue mich darauf, mit ihm zusammen zu spielen“, meint Sharda, der sich trotz seines Profistatus bodenständig gibt. Headcoach Hans Beth ist von seinem Einkauf überzeugt: „Anish ist ein vielseitiger Spieler, der über ausgeprägte Führungs- und Wurffähigkeiten verfügt. Sein Auge für den Mitspieler und seine guten Pässe zeichnen ihn aus.“ Der in den USA geborene Sharda wäre beinahe ein Basketballstar in Indien geworden. Im Heimatland seiner Eltern galt der 28-Jährige schon als Hoffnungsträger für das Nationalteam, seine Teilnahme an den Asienmeisterschaften scheiterte jedoch an seinem US-amerikanischen Pass. Den hätte Sharda zugunsten eines indischen eintauschen müssen und damit seine Staatsbürgerrechte verloren. Ein zu hoher Preis für eine Karriere, die mit vielen Fragezeichen versehen gewesen wäre. Stattdessen wagte er 2007 den Schritt nach Deutschland. Zuvor hatte Anish Sharda Wirtschaftsmanagement an der Universität von North Dakota studiert und für die dortige College-Mannschaft gespielt. Anschließend heuerte er als Profi bei den Anderson Champions in der ABA, einer kleineren Konkurrenzserie zur NBA, an. „Ich hatte vom deutschen Basketball keine Ahnung, als ich hier ankam. Das einzige, was ich kannte, war Dirk Nowitzki“, erinnert sich Sharda, der sich in Europa schnell heimisch fühlte. „Das Spiel ist hier langsamer als in den USA, dafür aber körperbetonter“, erläutert der Guard. Beim ASC Theresianum Mainz spielte er unter Hans Beth in der ProB, erzielte einen Punkteschnitt von 20,5 Zählern und wechselte zum USC Freiburg in die ProA. Dort bestritt er in der vergangenen Saison zwar fast jedes Spiel, konnte aber keine Führungsrolle einnehmen. Dass soll sich in Hanau ändern, wie Anish Sharda sagt: „Ich gehe gerne mit gutem Beispiel voran. Das heißt, ich nehme das Training und die Arbeit hinter den Kulissen sehr ernst.“ In Deutschland hält den passionierten Lakers-Fan nicht nur der Sport, sondern auch die Liebe. Die Verpflichtung von Anish Sharda scheint gleichbedeutend mit dem Aus der bisherigen Hanauer US-Profis Alonzo Brooks und Wadale Williams zu sein. Beide spielten in der vergangenen Saison alles andere als glänzend und genossen nicht die Popularität wie Ex-Topscorer Brandon Woods. Williams hatte seinen Verbleib zudem explizit an einen Aufstieg geknüpft. Während im TGH-Umfeld schon eifrig über einen zweiten Amerikaner, der auf dem Weg in die Goldschmiedestadt sein soll, spekuliert wird, ist in Deutschland eine bedeutende Hürde für Basketballmutterländer gefallen. Die bisherige Ausländerregel der Regionalligen, die eine Begrenzung auf zwei nicht-einheimische Spieler pro Team vorsah, ist nicht nach EU-Recht diskriminierend und daher nichtig. Viele Vereine sorgen sich nun, dass Clubs mit großem Budget massiv aufrüsten und die semi-professionellen Spielklassen mit einem rein-amerikanischen Kader dominieren könnten. (Hanauer Anzeiger/Dominic Sharaf)
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